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Ratgeber

Solarpanel fürs Wohnmobil: Lohnt sich das im Herbst und Winter?

Was ein Panel im November wirklich liefert, warum steil aufstellen den Ertrag verdoppelt und wann sich die Anschaffung rechnet.

CampingCleverStand: 7 Minuten LesezeitEnthält Partnerlinks (*)

Weißes teilintegriertes Wohnmobil von schräg oben auf einem offenen Schotterplatz im Herbst, auf dem Dach zwei schwarze Solarmodule, tief stehende Abendsonne

Im Juli lädt fast jedes Solarpanel die Bordbatterie mühelos voll. Im November sieht das anders aus. Die Tage sind kurz, die Sonne steht tief, und oft ist es einfach grau. Wer jetzt über Solar fürs Wohnmobil nachdenkt, will vor allem wissen, ob sich das in der dunklen Jahreszeit überhaupt lohnt.

Kurz gesagt: Solar bringt im Herbst noch einiges, im Dezember wenig, aber nie gar nichts. Wie viel genau, hängt stark davon ab, wie du das Panel aufstellst und wo du gerade stehst.

Was ein Panel von Oktober bis Februar liefert

Die Zahlen unten habe ich mit PVGIS abgefragt, dem Solarrechner der EU-Kommission, hier für Frankfurt. Sie gelten pro 100 Watt Modulleistung und Tag, als Monatsmittel mit üblichen Verlusten.

Monat flach auf dem Dach 35 Grad 60 Grad
Oktober 155 Wh 234 Wh 247 Wh
November 75 Wh 133 Wh 149 Wh
Dezember 47 Wh 98 Wh 114 Wh
Januar 62 Wh 122 Wh 140 Wh
Februar 126 Wh 209 Wh 228 Wh

Zum Vergleich: Im Juni bringt dasselbe Modul flach rund 450 Wh. Der Dezember liefert also gut ein Zehntel vom Sommer. In Hamburg ist es etwas weniger, in München etwas mehr.

Das sind Durchschnittswerte. Ein einzelner trüber Novembertag kann deutlich darunter liegen. Und alles, was in der Praxis dazukommt, etwa Schatten, ein einfacher Laderegler oder lange Kabel, drückt den Ertrag weiter.

Steil aufstellen verdoppelt den Ertrag

Kurz vor Weihnachten steht die Sonne mittags in Frankfurt nur noch rund 16 Grad über dem Horizont. Ein flach liegendes Modul bekommt das Licht dann sehr schräg ab. Stellst du es mit 60 Grad zur Sonne, holst du im Dezember rund das 2,4-Fache heraus. Noch steiler bringt kaum mehr, 70 Grad liefern praktisch dasselbe.

Genau hier spielt das Faltpanel seine Stärke aus. Du kannst es zur Sonne drehen, steil aufstellen und mittags nachjustieren. Ein Dachmodul liegt flach und bleibt so. Büttner hält Klappgestelle für Dachmodule übrigens für wenig sinnvoll, weil man das Fahrzeug nach der Aussicht abstellt und nicht nach der Sonne. Für feste Module stimmt das, für ein Faltpanel nicht.

Produktfoto: EcoFlow 220 W leichtes tragbares Solarpanel (bifazial)

Mit Ständer bis 60 Grad

EcoFlow 220 W leichtes tragbares Solarpanel (bifazial)

Faltbares Panel, das auch auf der Rückseite Licht einfängt. Mit eingebautem Ständer, der sich zwischen 30 und 60 Grad verstellen lässt. Bei Fritz Berger die Ausführung 220 W wählen.

Perfekt für dich, wenn du auch im Herbst und Winter möglichst viel Solarstrom willst.

Preis ca. 400 € · Solar

Der eingebaute Ständer lässt sich zwischen 30 und 60 Grad verstellen, eine Winkelhilfe ist dabei. Das Panel nimmt auch Licht von hinten auf, etwa vom hellen Boden. Über den XT60-Stecker passt es direkt an viele Powerstations. Fritz Berger führt es auf einer Seite mit 110, 160 und 220 Watt, dort wählst du die Ausführung mit 220 W.

Leistung
220 W, bifazial
Gefaltet
60,3 × 59,8 × 3,6 cm
Gewicht
ca. 5,1 kg (Datenblatt)
Anschluss
XT60
Ständer
30 bis 60 Grad verstellbar
  • Die 60-Grad-Stellung ist genau das, was im Winter den Ertrag verdoppelt

Gut zu wissen

  • Bei Fritz Berger die Ausführung 220 W auswählen

Clever-Check

Nutzen im Alltag
Platz und Gewicht
Strombedarf
Preis-Leistung

Brauchst du das wirklich? Kommt drauf an. Für alle mit EcoFlow-Powerstation, die das Panel oft und auch im Herbst aufstellen.

Bei Fritz Berger ansehen*

Daten: EcoFlow (Datenblatt), Fritz Berger, Stand 23.10.2026

Faltbares Solarpanel steht schräg aufgestellt auf bereifter Wiese vor einem Campervan, ein Kabel führt durch die offene Schiebetür, die Sonne steht tief
Frostiger Morgen im Spätherbst: Schräg zur tief stehenden Sonne gestellt holt das Faltpanel deutlich mehr heraus als ein flaches Modul.KI-Bild

Was den Ertrag sonst noch drückt

Schatten ist der größte Feind, gerade auf Stellplätzen unter Bäumen. Laut Büttner bricht die Leistung klassischer Module bei 30 Prozent Abschattung fast vollständig ein. promobil schreibt, dass schon Schatten auf einer einzigen Zelle den ganzen Strang ausbremst. Auch SAT-Schüssel und Dachbox werfen Schatten.

Auch der Laderegler macht im Winter einen spürbaren Unterschied. Ein MPPT-Regler holt laut Victron bei bedecktem Himmel bis zu 30 Prozent mehr heraus als ein einfacher PWM-Regler, Votronic nennt 10 bis 30 Prozent, besonders bei kühleren Temperaturen. Wer ein älteres Dachmodul mit einfachem Regler hat, kann mit einem MPPT-Regler wie dem Victron SmartSolar 75/15* nachrüsten. Auf der Seite von Fritz Berger wählst du dafür die Ausführung mit 15 A. Er reicht für rund 220 Watt Modulleistung an 12 Volt.

Kälte hilft dagegen sogar ein wenig. Solarzellen arbeiten bei niedrigen Temperaturen effizienter, laut Victron und Berger um rund 0,4 Prozent pro Grad. Bei 5 Grad Zelltemperatur sind das grob 9 Prozent mehr als bei 25 Grad. Die kurzen Tage gleicht das aber bei Weitem nicht aus.

Hinter Glas lohnt sich ein Panel kaum. Laut dem Hersteller PowerFilm gehen hinter einer Fahrzeugscheibe 30 bis 40 Prozent des Lichts verloren, hinter getöntem Glas fast alles. Das Panel gehört nach draußen.

Bei einer Powerstation setzt der Solareingang die Grenze nach oben. Er nimmt nur so viel an, wie der Hersteller angibt, bei der EcoFlow RIVER 3 zum Beispiel höchstens 110 Watt. Ein größeres Panel bringt dann nur an trüben Tagen etwas. Und unter 0 °C lädt die Powerstation überhaupt nicht, mehr dazu im Ratgeber Powerstation im Winter. Im Winter heißt das: Panel draußen, Box drinnen.

Dachmodul oder Faltpanel?

Festes Dachmodul Faltpanel
Ausrichtung im Winter liegt flach steil zur Sonne stellbar
Aufwand im Alltag keiner, lädt immer mit aufstellen, wegräumen
Lädt während der Fahrt ja nein
Diebstahl geschützt steht draußen
Kosten Set ab rund 130 €, Einbau in der Werkstatt laut promobil 500 bis 800 € rund 170 bis 400 €

Für die meisten ist das gar keine Entweder-oder-Frage. Das Dachmodul lädt die Bordbatterie das ganze Jahr nebenbei, auch während der Fahrt. Im Herbst und Winter kommt ein Faltpanel dazu, das du steil aufstellst, wenn du ein paar Tage stehst.

Produktfoto: Berger Komplettanlage Deluxe Flex: flexibles Solarpanel-Set 100 W mit MPPT

Fürs Dach, flexibel und leicht

Berger Komplettanlage Deluxe Flex: flexibles Solarpanel-Set 100 W mit MPPT

Flexibles 100-Watt-Modul fürs Wohnmobildach, nur 3 mm dünn, mit MPPT-Laderegler, Kabeln und Dachdurchführung.

Perfekt für dich, wenn du ein leichtes Modul willst, das sich auch an ein gewölbtes Dach anpasst.

Preis ca. 130 € · Solar

Das flexible Modul ist nur 3 mm dünn und wiegt 3 Kilo. Es wird aufs Dach geklebt und passt sich auch Rundungen an. MPPT-Regler, Kabel und Dachdurchführung sind dabei. Den Anschluss an Batterie und Sicherung soll laut Fritz Berger eine fachkundige Person übernehmen. Bedenke, dass aufgeklebte flexible Module im Sommer heißer werden als Rahmenmodule.

Modul
100 W flexibel, 99 × 58,5 × 0,3 cm
Gewicht
3 kg
Laderegler
MPPT, 20 A
Dabei
5 m Kabel mit MC4, Kabel mit Batterieklemmen, Dachdurchführung
Schutz
IP67
  • Leicht und flach, passt sich auch gewölbten Dächern an

Gut zu wissen

  • Wird aufgeklebt und bleibt dann dauerhaft drauf. Im Sommer wird es etwas wärmer als ein Rahmenmodul
  • Den Anschluss lässt du laut Fritz Berger am besten eine fachkundige Person machen

Clever-Check

Nutzen im Alltag
Platz und Gewicht
Strombedarf
Preis-Leistung

Brauchst du das wirklich? Kommt drauf an. Lohnt sich für alle, die übers Jahr oft ohne Landstrom stehen und wenig Gewicht aufs Dach bringen wollen.

Bei Fritz Berger ansehen*

Daten: Fritz Berger, Stand 25.10.2026

Wer schon eine Powerstation hat, kommt mit einem Faltpanel am günstigsten weg.

Produktfoto: ALLPOWERS SP035 faltbares Solarpanel 200 W

Günstiges Faltpanel mit 200 Watt

ALLPOWERS SP035 faltbares Solarpanel 200 W

Faltbares 200-Watt-Panel mit verstellbaren Standfüßen. Passt zu den ALLPOWERS-Powerstations und mit Adapter auch zu anderen.

Perfekt für dich, wenn du ein Faltpanel willst, das sich im Winter steil zur Sonne stellen lässt.

Preis ca. 230 € (Streichpreis 399 €) · Solar

Mit seinen verstellbaren Standfüßen lässt sich das SP035 im Winter steil stellen. Es hat einen MC4-Ausgang, Kabel auf Anderson und DC liegen bei. Für den XT60-Eingang der ALLPOWERS R600 brauchst du noch das passende Adapterkabel.

Leistung
200 W, monokristallin
Gefaltet
ca. 52,5 × 53,5 cm
Gewicht
ca. 5 kg
Anschluss
MC4, Kabel auf Anderson und DC dabei
Schutz
IP67
  • Mit den Standfüßen lässt es sich im Winter steil zur Sonne stellen

Gut zu wissen

  • Für die ALLPOWERS R600 gleich das passende XT60-Adapterkabel mitbestellen

Clever-Check

Nutzen im Alltag
Platz und Gewicht
Strombedarf
Preis-Leistung

Brauchst du das wirklich? Kommt drauf an. Die günstigste Art, eine vorhandene Powerstation auch im Herbst nachzuladen.

Bei ALLPOWERS ansehen*

Daten: ALLPOWERS, Stand 23.10.2026

Kleiner und leichter ist das ALLPOWERS SP029 mit 140 Watt*. Für Jackery-Powerstations gibt es das Jackery SolarSaga 100* mit 4,7 Kilo.

Rechnet sich das?

Als Beispiel ein Wohnmobil mit zwei Lithium-Bordbatterien à 80 Ah, das im Herbst rund 645 Wh am Tag braucht. Wie wir auf diesen Wert kommen, steht im Ratgeber Wie viel Strom brauche ich beim Camping?. Ohne Nachladen hält die Batterie knapp drei Tage. Mit Solar in Frankfurt sieht es so aus:

Oktober November Dezember
200 Watt flach auf dem Dach deckt 48 % deckt 23 % deckt 15 %
Batterie hält dann 5,5 Tage 3,7 Tage 3,3 Tage
200-Watt-Faltpanel bei 60 Grad deckt 77 % deckt 46 % deckt 35 %
Batterie hält dann 12 Tage 5,3 Tage 4,4 Tage

Das sind Monatsmittel ohne Abschlag für trübe Tage, Schatten oder Kabelverluste. In der Praxis wird es etwas weniger.

Bleibt das Geld. Strom auf dem Campingplatz kostet laut promobil meist eine Pauschale von 3 bis 6 Euro pro Nacht oder nach Zähler teilweise einen Euro oder mehr pro Kilowattstunde. Die 645 Wh eines Tages sind dann rund 65 Cent wert. Über den reinen Strompreis rechnet sich eine Solaranlage im Herbst also nie. Der eigentliche Gewinn sind die Nächte, in denen du keine Stromparzelle brauchst. Wer im Jahr 30 Nächte frei steht statt 3 bis 6 Euro für den Strom zu zahlen, spart 90 bis 180 Euro.

Wer fast nur im Winter fährt und meistens auf Plätzen mit Strom steht, braucht für den Winter keine Solaranlage. Wer übers Jahr oft frei steht, für den lohnt sie sich, und im Herbst ist sie ein spürbares Plus.

Im Süden sieht der Winter ganz anders aus

Wer im Winter nach Südspanien oder an die Algarve fährt, hat ganz andere Zahlen. In Malaga und Faro bringen 100 Watt bei 60 Grad laut PVGIS von Oktober bis Februar über 400 Wh am Tag, fast so viel wie im deutschen Sommer. Selbst flach liegend sind es im Dezember knapp 200 Wh. Mit einem 200-Watt-Faltpanel deckt das Wohnmobil aus dem Beispiel dort im Dezember seinen ganzen Tagesbedarf.

Der Gardasee ist dagegen keine Abkürzung zur Sonne. In Riva liefert ein steil gestelltes Panel im Dezember rund 200 Wh, kaum mehr als in München, weil die Berge die tief stehende Sonne verdecken.

Faltbares Solarpanel auf Standfüßen neben einem weißen Wohnmobil auf einem Campingplatz in Südspanien, Palmen und Meer im Hintergrund
Im Winter in Südspanien liefert ein steil gestelltes Panel fast so viel wie im deutschen Sommer.KI-Bild

Was du dir sparen kannst

Solar im Herbst und Winter: Was lohnt sich?

Schalte auf „Einsteiger-clever“, dann siehst du, was du dir sparen kannst.

  • Faltpanel mit Ständer oder StandfüßenSteil gestellt bringt es im Winter mehr als das Doppelte eines flachen Moduls.
  • MPPT-Laderegler statt PWMBis zu 30 Prozent mehr Ertrag, gerade bei bedecktem Himmel.
  • Dachmodul mit 100 bis 200 WattLohnt sich, wenn du übers Jahr oft ohne Landstrom stehst.
  • Panel größer als der Solareingang der PowerstationKannst du dir sparen: Mehr als der Eingang annimmt, kommt nicht an. Schau vor dem Kauf ins Datenblatt.
  • Panel hinter die Windschutzscheibe legenKannst du dir sparen: Hinter Glas gehen 30 bis 40 Prozent des Lichts verloren.
  • Solaranlage nur für den Winter in DeutschlandKannst du dir sparen: Im Dezember deckt sie nur einen kleinen Teil des Bedarfs. Auf dem Campingplatz ist Landstrom dann meist die einfachere Lösung.

6 Dinge auf der Liste. Leg den Schalter um und sieh, was du am Anfang nicht brauchst.3 von 6 Dingen kannst du dir für den Start sparen. Das ist Platz im Kofferraum und Geld für die erste Tour.

Welche Powerstation zu deinem Panel passt, findest du in der Powerstation-Kaufberatung.

Häufige Fragen

Wie viel Strom liefert ein Solarpanel im Winter?

In Frankfurt bringen 100 Watt Modulleistung flach liegend im Dezember im Schnitt rund 47 Wh am Tag, im Oktober rund 155 Wh. Steil mit 60 Grad zur Sonne aufgestellt sind es im Dezember rund 114 Wh. Das sind Monatsmittel aus PVGIS, trübe Tage liefern deutlich weniger.

In welchem Winkel stelle ich ein Solarpanel im Winter auf?

Im Winter steht die Sonne tief, deshalb lohnt ein steiler Winkel von etwa 60 Grad. Das bringt in Frankfurt im Dezember rund das 2,4-Fache eines flach liegenden Moduls. Steiler als 60 Grad bringt kaum noch mehr.

Lohnt sich Solar auf dem Wohnmobil, wenn ich nur im Winter fahre?

Für den Winter allein in Deutschland kaum. Ein Panel deckt dann nur einen kleinen Teil des Bedarfs, und Landstrom kostet auf dem Campingplatz meist 3 bis 6 Euro pro Nacht. Wer übers Jahr oft frei steht oder im Winter nach Südspanien oder Portugal fährt, für den rechnet sich Solar deutlich eher.

Kann ich ein Solarpanel hinter die Windschutzscheibe legen?

Das bringt wenig. Laut dem Hersteller PowerFilm gehen hinter Fahrzeugglas 30 bis 40 Prozent des Lichts verloren, hinter getöntem Glas fast alles. Dazu staut sich hinter der Scheibe Wärme.

So ist dieser Artikel entstanden

Die Solarerträge habe ich am 23. Oktober 2026 mit PVGIS abgefragt, dem Rechner der EU-Kommission, für Frankfurt, Hamburg, München, Malaga, Faro und Riva am Gardasee. Es sind Monatsmittel mit 14 Prozent Systemverlust. Dazu kommen Herstellerangaben von Victron, Votronic und Büttner sowie der Solartest von promobil. Die Rechenbeispiele sind Beispiele mit Annahmen, keine Messungen. Die Bordtechnik kenne ich aus über 15 Jahren im eigenen Wohnmobil, die Panels habe ich nicht selbst gemessen.

Geschrieben von CampingClever

Wohnmobil-Camper seit über 15 Jahren, mit Camping groß geworden. Hier steht, was ich Einsteigern wirklich empfehle, und was nicht.

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